Lübeck-Halbmarathon 2026 - Ein Lauf mit Lichtblicken und sehr speziellen Erlebnissen
„Das muss man doch auch mal schreiben dürfen!“ – mit diesem O-Ton eines Mitläufers lässt sich unser Wochenende beim Lübeck-Halbmarathon gutzusammenfassen. Bei aller Freude am Laufen gab es ein paar Punkte, die uns unterwegs und im Ziel durchaus Gesprächsstoff lieferten.
Die Strecke: viel Raum für Gedanken
Die Strecke konnte uns leider nicht durchgehend begeistern. Sie wirkte stellenweise eher trostlos und bot zudem einige Steigungen – offenbar wollte Lübeck sicherstellen, dass wir nicht nur die Strecke genießen, sondern auch unsere Beinmuskulatur intensiv trainieren. Im Herrentunnel gab es laute Musik, die einige Läufer ob der Akustik sicherlich eher als Krach empfunden haben. Während die angekündigte Lichtershow ihrem Namen eher in homöopathischer Dosierung gerecht wurde: Statt großer Lichtinszenierung erwartete uns gefühlt ein einzelnes, sehr bescheidenes Lichtlein.
Im Ziel: Läufer, Publikum und die große Frage nach der Verpflegung
Auch der Zieleinlauf hatte seine ganz eigene Dynamik. Läuferinnen und Läufer vermischten sich mit dem Publikum, sodass der Weg zur Verpflegung eher einer taktischen Herausforderung glich. Zwischen Zielbereich, Bühnenunterhaltung und Zuschauenden war offenbar für alle etwas geboten – nur für einen freien Durchgang zur Verpflegung hätte man vielleicht noch eine zusätzliche Disziplin ins Programm aufnehmen müssen: Hindernislauf nach dem Halbmarathon.
Begegnungen auf der Strecke: bitte mit mehr Abstand
Weniger amüsant war die Vermischung der Strecken. Da die Handbiker fünf Minuten vor den Halbmarathonläuferinnen und -läufern gestartet waren, begegneten sie uns auf schmalen Passagen teilweise auf dem Rückweg. Das wardurchaus gefährlich – auch, weil Handbikes nicht zu erkennen sind, es sei denn sie haben das Führungsfahrrad vor sich_;)! Hier wären eine klarere Trennung der Strecken oder eine bessere Organisation wünschenswert gewesen. Sicherheit sollte schließlich nicht zur Überraschungsdisziplin werden.
Der Zieleinlauf – oder: Das Ziel ist noch nicht das Ziel
Besonders kreativ war die Gestaltung des vermeintlichen Zieleinlaufs: Ein Torbogen mit Zeitangabe ließ bereits vermuten, dass es geschafft sei. Doch wer hindurchlief, durfte noch mindestens 200 Meter weiterlaufen – inklusive leichter Steigung. Ein kleiner Hinweis wie „Noch 200 Meter bis zum echten Ziel“ hätte die Freude über die vollbrachte Leistung vielleicht etwas verlängert oder zumindest die Verwirrung verkürzt.
Sie gab es auch: die schönen Seiten
Zum Glück bestand das Wochenende nicht nur aus Streckenkritik. Insgesamt überwog die schöne Zeit mit Familie, Freunden und vielen netten Menschen.
Denn neben den sportlichen Herausforderungen gab es auch einen ganz besonderen Grund, warum mir dieser Lauf in so schöner Erinnerung bleiben wird: Ich durfte die 21,2 Kilometer gemeinsam mit meiner Tochter Marthe laufen. Das machte den Halbmarathon zu einem ganz besonderen Erlebnis. Und Marthe brachte es wunderbar auf den Punkt: „Ich hatte Spaß dabei!“
Abgerundet wurde Tag durch eine kleine Geburtstagsfeier für Marthe. So wurde aus einem sportlichen Ereignis ein rundum gelungener Tag voller gemeinsamer Erlebnisse, schöner Momente und wertvoller Erinnerungen.
Dazu kam für uns LSFler ein gutes Hotel mit Spa-Bereich – genau das Richtige, um müde Beine zu entspannen und die Erlebnisse des Tages in Ruhe Revue passieren zu lassen.
Unser Fazit:
Lübeck hat uns ein Wochenende mit netten Begegnungen, Freundschaft und schönen gemeinsamen Momenten beschert. Sportlich und organisatorisch ist m.E. noch Luft nach oben – stellenweise sogar so viel wie auf den letzten 200 Metern bis zum tatsächlichen Ziel.