Hitzeschlacht im Hasetal: Wie die Laufsportfreunde das „Death Valley“ bezwangen

<Volker A./ Gabi S.> Es gibt Traditionen, da rüttelt man nicht dran. Einmal im Jahr pilgern die Sportfreunde nach Löningen zum Hasetal-Marathon. Doch wer dachte, uns erwartet dort das idyllische Emsland, wurde 2026 eines Besseren belehrt. Die gnadenlose Hitzewelle hatte natürlich auch das Hasetal fest im Griff und verwandelte die Strecke kurzerhand in eine norddeutsche Version des Death Valley.

Schon bei der Abfahrt war klar: Das wird kein Zuckerschlecken. Angesichts der Sahara-Temperaturen gab es im Vorfeld verständlicherweise einige Absagen. Doch eine Gruppe unerschrockener – und, seien wir ehrlich, leicht verrückter – Läuferinnen und Läufer ließ sich nicht abschrecken. Getreu dem Motto „Es gibt kein zu heiß, es gibt nur zu wenig Wasser“ stellten wir uns der Gluthitze. Und was sollen wir sagen? Der Mut der Verzweifelten wurde belohnt!

Ein riesiges Chapeau geht direkt an die Veranstalter vor Ort. Sie haben auf die Hitzewelle einfach weltklasse reagiert. Starzeiten nach hinten verschoben, gefühlt alle paar Meter gab es zusätzliche Wasserstellen, die mit Wasser, Cola, Banane und nassen Schwämmen die Lebensgeister weckten. Entlang der Strecke plätscherten zudem unzählige Rasensprenger, die von den Anwohnern spendiert wurden. Jeder Sprenkel-Durchlauf wurde gefeiert wie eine Oase in der Wüste! Angesichts der Bedingungen war die Taktik glasklar: Gesundheit ging vor Bestzeit. Wir schalteten kollektiv einen Gang zurück. Das Ziel war nicht die persönliche Uhr, sondern das gemeinsame Ankommen. Vereinsgefühl schlägt Chronometer!

Das versteckte Highlight wartete dann im Zielbereich. Die Veranstalter hatten Planschbecken aufgestellt. Was als Abkühlung gedacht war, mutierte schnell zur LSF-Wellnesszone. Völlig verschwitzt, aber glücklich, belagerten wir in kompletter Vereinskleidung das kühle Nass. Es dauerte nicht lange, bis die erste kleine Wasserschlacht mit fliegenden Schwämmen ausbrach. Seriöser Laufsport sieht anders aus, aber es macht Spaß!

Nach der ersten Abkühlung ging es zum gemütlichen Ausklang ins Freibad. Und dort gab es sie: die offiziell besten Pommes der Welt, in Fett getränktes Glück, als Energieschub für den Abend. Frisch gestärkt starteten wir in den Partyabend, wo uns der Moderator schon mit den passenden Worten begrüßte:
„Sie sind einfach jedes Jahr hier. Nicht zu übersehen... Nicht zu überhören.“ Da die Beine vom Laufen noch nicht müde genug waren, wurden auf der Tanzfläche fleißig weitere „Meter“ gesammelt.

Ach ja, sportlich lief es trotz Hitze-Drosselung übrigens phänomenal: Jeder Läufer, jede Läuferin des LSF konnte sich als Sieger feiern lassen. Egal welche Strecke...
Hervorheben möchten wir trotzdem unsere Männerstaffel: Die "LSF Dreamboys" holten sich eiskalt den 1. Platz! Und die Mixed-Staffel "SuperSchnelleKilometerJäger" zog nach und sicherte sich einen bärenstarken 3. Platz. Hut ab!

Als um Mitternacht der Bus zur Heimfahrt rollte, waren sich alle einig: Es war heiß, es war extrem, aber es war ein rundum gelungener Tag. Löningen, wir kommen wieder – nächstes Jahr dann zur 25. Jubiläumsausgabe am 26. Juni 2027 gerne mit zehn Grad weniger!