Baudensteig mit der LSF-Wandergruppe

4 Tage, 11 Personen, 62 km und 2088 Höhenmeter, das sind die Glückszahlen für Sabine Sch., Judith H., Ralf B., Friedhelm F., Manfred L., Petra B., Axel F., Sunny M, Lothar M, Uwe S. und Sabine S., die vom 17.09.26 – 20.09.26 vier Etappen des Harzer Baudensteigs gewandert sind. Baude? Was ist das denn? Eine Baude bezeichnet eine Einkehrmöglichkeit, meist einfache Hütten und Waldgaststätten, in denen die müden Wanderer Kaffee, Kuchen und andere Leckereien genießen können.

Am 17.09.26 fuhren wir mit Bahn und Taxi zur Sösetalsperre, dort trafen wir auf Judith und Ralf, die schon am Vortag angereist waren. Von dort ging es durch – mehr oder weniger dichten – Wald, über Höhen, durch kleine Ortschaften bis nach Sieber. Das Wetter spielte mit, so dass die wichtigste Frage war: mit Jacke, mit T-Shirt? Es ging mal rauf, mal runter, schmale Pfade wechselten sich mit breiten Wegen ab, und ein schöner Picknickplatz wurde auch entdeckt. Und die heutige Baude war in der Hanskühnenburg, sehr zünftig, leider war die Begrüßung des Hüttenwirts etwas ruppig (wir hätten vorher anrufen sollen), aber am Ende bekamen alle ihren Kaffee und Kuchen.

In Sieber waren wir gut untergebracht und unser Tage vorher bestelltes Essen war lecker und reichlich. Nach frischer Luft und einigen Höhenmetern war der Hunger – und Durst – entsprechend hoch.

Am nächsten Tag sind wir nach einem guten Frühstück fröhlich wieder losgezogen. Das Besondere an einer Mehrtagestour ist, dass man seine Sachen im Rucksack den ganzen Tag schleppen muss, man hat immer alles dabei. Da wird beim Packen natürlich Vieles hinterfragt: brauche ich einen Schlafanzug? Reichen zwei Paar Socken? Wie viele Riegel muss ich mitnehmen? Manche Wanderer behaupten, sogar die Unterhosen abgewogen zu haben. Spannend ist es auch, jeden Abend woanders zu schlafen und andere Orte kennenzulernen.

Am zweiten Tag veränderte sich die Landschaft, wir hatten wesentlich mehr Mischwald und die abgestorbenen Fichten wurden deutlich weniger. Das Wetter war wieder super zum Wandern. Durch den gemeinsamen Trott ergaben sich viele interessante Gespräche, mal zu zweit, mal in einer kleinen Gruppe. Mal geht man auch alleine hinterher und kann seinen Gedanken freien Lauf lassen, rundum sehr erholsam. Beim Picknick werden Kekse, Nüsse, Riegel herumgereicht – der Rucksack wird dadurch jeden Tag etwas leichter.

Unser zweiter Etappenort war Bad Lauterberg. Leider lag das Hotel oben auf einer kleinen Anhöhe, was nach einem langen Wandertag die letzten Reserven gekostet hat. Aber nach einer kleinen Pause und Dusche konnten wir abends ohne Gepäck nochmal in den Ort zum Pizzaessen gehen.

Am dritten Tag haben wir die Etappe von Bad Lauterberg nach Zorge etwas abwandeln müssen, da es sonst zu weit geworden wäre. Aber mit Hilfe von Wanderkarte, Komet, ach, nein Komoot und Google Maps wurde eine sehr schöne Strecke gefunden. Unsere Einkehr war heute in Wieda im Hotel zur Post, das aus der Zeit gefallen schien. Aber das nette niederländische Pärchen, das erst etwas erschrocken wirkte, als wir mit 11 Leuten bei ihnen einfielen, hatte noch 8 Stücke Apfelstrudel, die brüderlich und schwesterlich geteilt wurden, und der Cappuccino schmeckte auch vorzüglich und wurde doch tatsächlich in LSF-farbigem Geschirr serviert. Nach der Pause ging es gefühlt wieder nur bergauf, der Weg zog sich und zog sich, so dass noch mal eine kleine Pause eingelegt werden musste. Danach konnten wir die letzten Meter aber gut bewältigen und wurden mit einem sehr netten Hotel belohnt. Die Sonne schien, das Laub leuchtete, es war wieder ein sehr schöner Wandertag, mit 22,5 km und 709 Höhenmeter aber auch ein sehr anstrengender.

Am nächsten Tag mussten wir nur noch bis Walkenried wandern, um zum Bahnhof zu kommen. Eigentlich war die ganzen Tage vorher Regen angesagt, aber wir hatten Glück und konnten – fast - trockenen Fußes die 9 km wandern. Als wir beim Bahnhof ankamen, fing es an zu regnen, also perfektes Timing. Die Strecke heute war nicht ganz so schön, ging es doch an sehr heruntergekommenen Gebäuden und ungepflegten Straßen entlang. Aber so ist der Harz leider auch, viele Leerstände und wenig Renoviertes.

Mit dem Zug ging es dann wieder nach Oldenburg zurück. Es waren vier sehr schöne, erholsame Tage mit viel Lachen, guter Laune, guten Gesprächen, gutem Essen und tollem Wanderwetter.