Edinburgh Marathon Festival 2026 - LSF-Auslandsreise mit schottischem Flair

<Gabi S.> Das Ziel der diesjährigen LSF-Auslandreise lautete Edinburgh - hier erwartete uns über die Pfingsttage das zweitägige Edinburgh Marathon Festival, kurz EMF. Die Anreise war nicht ganz so easy wie bei den vergangenen Laufreisen, aber ganz im Sinne unserer Vereinsfarben erreichten wir wahlweise nach einer 30-stündigen Fahrt im grünen Flixbus oder dem - zugegebenermaßen weniger klimafreundlichen - Transport im orangefarbenen Flugzeug pünktlich und einigermaßen ausgeruht unser zentralgelegenes Stadthotel in der schottischen Metropole. Die sehr grüne Stadt unter strahlend blauem Himmel mit einzelnen Schäfchenwolken beeindruckte uns sofort: Ein erstes Getränk auf der begehrten Rooftop-Bar des Hotels versetzte die 8-köpfige LSF-Reisegruppe sofort in beste Laune.

Die Organisation des Edinburgh Marathon Festivals war insgesamt beeindruckend – auch wenn man bei den wöchentlichen E-Mails, die wir bereits nach unserer Anmeldung im Herbst 2025 erhielten, vor lauter Informationen schon einmal übersehen konnte, dass der Halbmarathons nicht wie bei den Samstagläufen am Arthur’s Seat, sondern mitten in der Altstadt starten sollte. Für Gesprächsstoff sorgte auch die Ausgabe der Startunterlagen im bzw. am Dynamic Earth-Gebäude: Über 10.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen standen teilweise stundenlang an, um ihre Startnummern abzuholen. Am Ende überreichten vier ausgesprochen freundliche Helferinnen kleine DIN-A5-Umschläge mit der Startnummer – ein erstaunlich einfacher Prozess in Anbetracht der langen Wartezeit, aber das Schlangestehen war neben dem Halbmarathon die zweitwichtigste Disziplin an diesem Wochenende.

Am Sonntagmorgen erwartete uns im Hotel überraschenderweise ein kleines Carepaket für unser Laufevent, damit ausgestattet machten wir uns in Vereinstracht auf den Weg zum Startbereich an der Universität Edinburgh, wo wir diesmal positiv überrascht wurden von der effektiven Gepäckabgabe: Coole rote LKWs transportierten das Hab und Gut der Läuferinnen und Läufer zuverlässig vom Start ins Ziel – unkompliziert und hervorragend organisiert.

Eine letzte Warteschlange an den Dixi-Klos galt es noch zu überwinden, dann startete der Lauf pünktlich um 8 Uhr direkt in der historischen Altstadt. Dank der längeren bergab führenden Abschnitte bot sich ein fantastischer Blick auf das Läuferfeld und die beeindruckende Kulisse Edinburghs. Nach knapp zehn Kilometern führte die Strecke hinunter an die Küste. Dort erwischte viele der angekündigte Wärmeschock: Bei Temperaturen von über 20 Grad sprach man in Schottland bereits von einer Hitzewelle – eine Warnung, die die Veranstalter in ihren Mails mehrfach ausgesprochen hatten und die uns tatsächlich stärker traf als vermutet: Kein Wind, kein Schatten, Sonne pur - das zog vielen von uns die Kraft raus. Gut dass wir uns an dem bunten Teilnehmerfeld, der schönen Strecke, den enthusiastischen Zuschauern, zahlreichen Musikacts und der insgesamt großartigen Atmosphäre erfreuen konnten. Auch die Verpflegung hatte ihre Besonderheiten: Auf der Strecke gab es Wasser und ab Meile 8 zusätzlich Gels. Statt der üblichen Becher wurden kleine, bereits geöffnete Flaschen gereicht – eine clevere Lösung, die das sonst übliche Wassergeschwappe auf der Strecke deutlich reduzierte. Eine kleine Ausnahme bei den Getränken bildete ein Guinness-Stand, den allerdings aus unserer Gruppe nur Laurens in Anspruch nahm - vielleicht sein Geheimtip für die tolle Finisher-Zeit.

Die hohen Temperaturen forderten aber auch ansonsten ihren Tribut. Auf den letzten Kilometern kam es leider zu zahlreichen Zusammenbrüchen, bei denen medizinische Hilfe mit Infusionen, Sauerstoff und teilweise sogar Reanimationsmaßnahmen erforderlich war. Auch vor diesen Risiken hatten die Organisatoren eindringlich gewarnt. Glücklicherweise nahmen wir uns diese Hinweise zu Herzen und erreichten alle gesund das Ziel, Antje G. sogar als Altersklassenbeste. Der Zieleinlauf selbst war noch einmal ein echtes Erlebnis: Über Metallplatten laufend wurden die Läuferinnen und Läufer von einer beeindruckenden Geräuschkulisse empfangen, da die zahlreichen Zuschauer lautstark gegen die Absperrungen klatschten. Ganz besonders genossen Sunny und Lothar ihren gemeinsamen Zieleinlauf, da sie an diesem Tag ihren 12. Hochzeitstag feierten und so in ganz besonderer Weise ihren Zusammenhalt zeigten!

Unser Fazit: Ein hervorragend organisierter Halbmarathon mit einzigartiger Kulisse, begeisternden Zuschauern, internationalem Flair und einer Atmosphäre, die lange in Erinnerung bleibt.

Ach ja, und Edinburgh selbst ist natürlich ohnehin eine Reise wert, vor allem, wenn man fünf regenfreie Tage erwischt. Und auch per e-Bike lässt es sich gut erkunden, dies konnten zumindest Helge und Hans von ihrem Alternativprogramm berichten.