Lübeck Halbmarathon – der Rückweg ist immer kürzer

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Auf der Suche nach einem Halbmarathon im Herbst fiel unsere Wahl auf die Laufveranstaltung in der Hansestadt Lübeck. Das Wochenende um den 13.10 sollte es sein. Leipzig sind wir im April gelaufen, Köln war bereits ausgebucht und in Wien die Konkurrenz mit Eliud Kipchoge sehr groß.

Der Marathon in Lübeck führt vom Wahrzeichen Holstentor bis zur Ostsee nach Travemünde. Da wir sonntags nur die halbe Strecke laufen wollten, fuhren wir bereits am Vortag zur Ostsee, um noch etwas Meer zu genießen. Und das per Boot auf dem Wasser (Trave). Unter dem Wasser entlang sollte es noch beim Laufen gehen.

Das zweimalige Durchqueren vom Herrentunnel unter der Trave wurde vom Veranstalter als besonderes Highlight angepriesen. Was ein 900m langer Tunnel mit 31m unter Null für uns Flachland Läufer bedeutet, konnten wir vorher nur schwer einschätzen. Ein langgezogener, umgedrehter Utkiek? Oder die 26m hohe Huntebrücke? Und würden unsere GPS Uhren im, bzw. nach dem Tunnel noch funktionieren?

Für den Fall der Fälle wurden fleißig Zwischenzeiten studiert und das ganze Wochenende abgefragt. Schließlich wollten Melanie und Antje neue persönliche Halbmarathon Bestzeiten laufen, wenn alles gut läuft. Und wenn alles optimal läuft, sogar unter 1:45h (4:58er Schnitt). Dies zumindest eine Meinung.

Nachdem die Vorbereitungen inklusive den traditionellen Wettkampf Frisuren und dem vom Bahntraining bekannten Warmmachprogramm absolviert wurden, machten wir uns auf den kurzen Weg von der Ferienwohnung zum Start in der schönen Lübecker Altstadt.

Bei guten äußeren Bedingungen (ca. 15°, wenig Wind, kein Regen) starteten wir zusammen mit ca. 900 Halbmarathon Läufern auf die Wendepunktstrecke (Hin- und Rückweg identisch). Nach gut einem Drittel der Strecke mit bereits einigen Höhenmetern erreichten wir erstmals den Herrentunnel. Die beiden Röhren sind sonst nur für den Autoverkehr geöffnet, heute hatten die Läufer eine Röhre exklusiv für sich. Es war wirklich ein Erlebnis. Mit großen Schritten flogen wir förmlich dem tiefsten Punkt entgegen, wo wir mit lauter Musik und bunten Lichtern für den folgenden gut 500m langen Anstieg motiviert wurden. Es folgte eine ungewohnte und große Anstrengung (ja, 6% Steigung sind viel für uns) und die skeptische Vorfreude den Tunnel gut zwei Kilometer nach dem Wendepunkt noch mal durchlaufen zu dürfen. Aber danach sind ja bereits zwei Drittel der Strecke geschafft und „der Rückweg ist immer kürzer“ (unser Motto). So war es dann auch, 35 Sekunden war der Rückweg kürzer und wir erreichten nach einigen Höhen und Tiefen erschöpft, aber super glücklich nach 1:43:15h das Ziel. Gemeinsam. Großartig.

Nina W., Melanie R., Antje J.

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