Laufreise nach Lissabon - Rock 'n' Roll

von Sascha Jänicke

<Von Marcos S.> Die diesjährige Auslandsreise des LSF ging nach Lissabon. Das ist bekannt.
 
Vor dem Lauf:
 
Gisela, Horst-Dieter und Manfred L. haben sich, wie in den vergangenen Jahren auch schon als „Triumvirat", um die Vorbereitung verdient gemacht und die Flüge sowie ein gutes, preiswertes Hotel in Zentrumsnähe gebucht; nur unsere Rheinischen und Berliner Außenstellen haben ihre Flügge selbst organisiert. Tanja und Frank waren schon zuvor angereist und haben die Lage von einer anderen Unterkunft aus sondiert.
 
Am Anreisetag, Freitag, waren wir rechtzeitig vor Ort, sodass noch am späten Nachmittag die Startunterlagen am Lissabonner Expogelände im Pavilhão De Portugal abgeholt werden konnten. Dort trafen wir dann auch auf unsere beiden Berliner, Martina und Christian. Außerdem konnten die Halbmarathonis schon mal ihren Startplatz, die Brücke Ponte Vasco da Gama, in Augenschein nehmen, die sich in einiger Entfernung über die Bucht schwang.
 
Somit stand der komplette Samstag zur freien Verfügung. Einige nutzen den freien Morgen für einen kleinen Vorbereitungslauf, andere beließen es bei mentaler Vorbereitung. Außerdem haben die Marathonteilnehmer die Transportmöglichkeiten zum Startplatz gecheckt.
 
Die Läufe:
 
Die Marathonis mussten am Sonntag sehr, sehr früh aufstehen, weil der Start wegen der drohenden Hitze auf 8:00 Uhr in der Frühe vorverlegt wurde. Der Startplatz befand sich im ca. 30 km westlich von Lissabon entfernten Ort Cascais und musste mit dem Vorortzug angefahren werden; Abfahrt vom Hotel mit dem Taxi um 5:30 Uhr, vom Bahnhof Cais de Sodre in der City um 6:00 Uhr. Leider nix für Langschläfer. Und Frühstück im Hotel gab es natürlich auch nicht...
 
Der Startschuss fiel pünktlich und die Läufer hatten sich zunächst 6 Kilometer weiter nach Westen zu begeben bis zum Wendepunkt am Leuchtturm von Cabo Raso. Eine wunderbare Strecke direkt am der Küste, ideal zum Warmlaufen. Nach 12 Kilometern war dann wieder Cascais erreicht und der Weg führte weiter gen Osten Richtung Lissabon City, immer entlang der Küstenstraße und mehrere schöne Ortschaften kreuzend und immer mit Blick aufs offene Meer bzw. auf die Bucht von Lissabon. Inzwischen war die Sonne auch komplett aufgegangen und aus dem angenehm warmen Morgen wurde zusehends ein heißer Vormittag. Zudem erwies sich die Laufstrecke als mitnichten eben, sondern sie war geprägt von vielen kürzeren, aber auch sehr langen leichten Anstiegen und Gefällen. Laut Pulsuhr waren insgesamt +200 Höhenmeter zu überwinden.
 
Ein leichte Brise vom Meer und reichlich Erfrischungsstände trugen allerdings zur Linderung bei. Ab ca. Km 32 wurde aus der landschaftlich reizenden Strecke leider ein ziemlich langweiliger Kurs; immer geradeaus entlang von öden Gewerbebauten auf der linken und der Vorortbahnlinie auf der rechten Seite; außerdem forderte die Hitze (ca. 31°C) allmählich ihren Tribut. Es waren viele Läufer am Straßenrand zu beobachten, die zusammengebrochen waren; von denen, die weitermachten, reduzierten viele ihr Tempo drastisch. Letztlich haben aber alle LSFler die Strapazen überwunden und es nach weiteren 10 Kilometern, von denen die letzten fünf wieder durch den schöneren Teil Lissabons führten, unbeschadet ins Ziel am Praça do Comércio geschafft. Dort warteten neben unseren nicht mitlaufenden Supportern Gisela, Claudia, Tanja und Manfred eine prächtige Medaille, die den Streckenverlauf stilisiert darstellt, und eine Zielverpflegung in Form eines Langnese Callippo Eis – sonst nichts. Kein Bier, kein Obst. Nix! Der guten Laune konnte dies jedoch keinen Abbruch tun; zumal sich nahezu zeitgleich auch die später gestarteten Halbmarathonis im Zielbereich einfanden und die Wiedersehensfreude groß war. Die Füße konnten im sehr kühlen Meer erfrischt werden; einige nutzten die Gelegenheit gar für ein kurzes Bad.
 
Die Halbmarathonis starteten, wie bereits erwähnt von der Brücke Ponte Vasco da Gama im Nordosten der Stadt. Die Brücke konnte nur mit Shuttle-Bussen erreicht werden. Start war um 10:30 Uhr; was zwar den Vorteil hatte, dass die Halbmarathonis in den Genuss des Hotelfrühstücks kamen, aber bis zum Startschuss eine gute Stunde in der um diese Uhrzeit bereits sengenden Sonne auf der Brücke ausharren mussten. Der Lauf führte dann über die Brücke ans westlich gelegene Ufer und von dort aus in südliche Richtung. Vorbei ging's am Expogelände, an dem wir die Startunterlagen abgeholt hatten, mit einem kurzen Abstecher an die Küstenstraße. Danach folgte die Streckenführung wieder weiter durch Industrie- und Hafengelände bis endlich, nach gut 16 Kilometern, das Stadtzentrum an der Küste erreicht wurde. Von hier aus ging es hinein in die Stadt über die Av. da Liderdade hinauf(!) bis zu deren Ende, wo dann gewendet und die Allee zur Belohnung für den Anstieg wieder abwärts bis zum Zieleinlauf am Praça do Comércio gelaufen werden durfte. Dort erhielten die Läufer eine ebenfalls sehr schöne, die Startbrücke zeigende Medaille sowie die gleiche üppige Zielverpflegung wie die 42er. In sportlicher Hinsicht noch erwähnenswert: Frank Gräfedünkel und Patrick Brüggemann finishten den Halbmarathon als bester bzw. drittbester Deutscher (einer unserer Laufsportfreunde betonte, er sei immerhin der erste Felix unter den Halbmarathonis....)
 
Nach dem Lauf:
 
Die persönlichen sportlichen Erfolge wurden am Sonntagabend gebührend mit einem gemeinsamen Abendessen (und angemessenem Alkoholgenuss) in einem Restaurant auf der großen Praça do Comércio, dem Zieleinlaufgebiet, gefeiert. Der Montag stand wieder zur freien Verfügung und wurde nach Lust und Laune von größeren und kleineren Grüppchen der Teilnehmer fürs Sightseeing genutzt. Abflug der Oldenburger vom Aeroporto de Lisboa Richtung Hamburg am Dienstag um 8:20 Uhr – also wieder kein Hotelfrühstück :'( Wohin die nächste Laufreise führen wird, ist noch nicht bekannt.
 

 

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