5.Etappe - Sommer, Sonne, Ossiloop

von Sascha Jänicke

Mit einem faden Beigeschmack ging es am gestrigen Dienstag auf die vorletzte Etappe des Ossiloops. Vielen Läufern schmeckte es gar nicht, dass die vorherige Etappe komplett nicht gewertet wird. Gerade auf den vermessenen 10km hatten sie sich viel vorgenommen, teils Bestzeiten hingelegt und damit ihren direkten Konkurrenten Sekunden abgenommen. Aber auch im Team konnten sie gegenüber anderen Teams den Vorsprung ausbauen. Um diese Sekunden ist es schade, aber auch aufgrund der Tatsache, das einige ihre Taktik dahingehen planten auf der vierten Etappe was gut zu machen und dann bei der fünften und sechsten Etappe „gemütlicher“, in Lauerstellung laufen zu können. Und eine Bestzeit läuft man bei einem solchen Wettkampfmarathon (6 Wettkämpfe in 19 Tagen) ja nicht mal eben so. Das zehrt natürlich an der Gesamtkraft, auf für die nächsten Etappen. Entsprechen müder als die Konkurrenz ging man gestern auf die Strecke. Die Zeiten haben dies letztlich auch belegt. Insgesamt kann man den ganzen Etappenlauf unter sportlich fairen Gesichtspunkten so nur schwer werten.
 
 
Aber neben dem Leistungsgedanken gibt es ja noch den Spaßgedanken, der auch bei dem diesjährigen Loop wieder einmal nicht zu kurz kommt. Für viele beginnt der Spaß schon vorm Start, bei einigen setzt er auf der Strecke ein und nach dem Lauf verspühren ihn fast alle. Spätestens beim wohlverdienten Feierabendbier am Bus.
 
 
Wenn man ein Auge für die Strecke hat, dann kommt man aus dem Staunen, aus der Freude gar nicht mehr raus. Größtenteils ist es eine so unfassbar schöne Strecke mit den weiten Feldern, den Windmühlen, den kleinen Dörfern und vielen Wallhecken! Aber ist ja klar, Ostfriesland halt! Auch kein Wunder, dass die ostfriesischen Vereine so stark sind, haben sie doch perfekte Bedingungen. Nicht nur mit dem Ostfriesland Wanderweg viele ruhige, grüne, wunderschöne Trainingsstrecken.
 
 
Aufgrund des diesjährigen späten Termins war gestern einer der wärmsten Läufe der Ossiloopgeschichte. Die schwüle Luft machte allen Läufern ordentlich zu schaffen, was man selbst vorne im Feld deutlich an den Kilometerzeiten sehen konnte. Waren auf den vorherigen Etappen die Top 100 unter einem Schnitt von 4:09 Minuten, schafften aktuell nur die ersten 30 einen Schnitt unter 4:00min/km. Die Temperaturen fielen dank eines minimalen Schauers kurz vor dem Start noch auf 27Grad ab, aber das war für ein beherztes Rennen an sich zu viel. Daeiher gehend ist eventuell falscher Ehrgeiz, Unerfahrenheit, oder mangelndes Training der Grund für die zahlreichen Einsätze des DAK. Ständig hörte man im Zielbereich die Sirenen der Rettungswagen, die die Läufer abgeholt haben. Viel hatten nicht auf die Temperaturen reagiert um entsprechend behutsam an die Sache zu gehen. Teils sah man sogar Läufer in langen Klamotten. Da hilft nicht einmal mehr Kopfschütteln. Alle Oldenburger gingen das Rennen entsprechend erfahren an. Somit mußte der Bus keinen aus dem Krankenhaus abholen. Allein Sandra hatte mit einer vorherigen Verletzung zu kämpfen, sicherte mit dem verbissenen Finish der Etappe aber noch den zweiten Platz der Damen. Das Wetter konnte aber auch ihr nichts anhaben.
 

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