4.Etappe - Das Auricher Bestzeitendesaster

von Sascha Jänicke

Auf der vierten Etappe wartetet auf die erfaherene Ossilooper eine Neuerung. Statt wie gehabt von Holtrop nach Plaggenburg (Richtung Meer), ging es gestern von der Holtroper Molkerei auf amtlich vermessener Strecke zum Ziel auf dem Marktplatz in „Auerk“. Diese Neuerung muss man wohl als Volltreffer ansehen. Oder wie man in Aurich auch gerne schreibt: Das war „genAURICHtig“.
 
 
Bei bestem Lauf-Wetter drängten sich die annähernd 3000 Ossilooper dicht an dicht in den Startblöcken. Nach dem pünktlichen Startschuss vermissten vielleicht einige Loopers die Mika-Timing-Startmatten – dieses waren erst etwas 200m nach dem Startbanner zu finden. Schließlich sollte es ein amtlich vermessener Lauf sein, der auch auf dem Markplatz endet. Nach einem „fliegenden“ Start ging es schließlich durch die Gemeinde Richtung Ems-Jade-Kanal. Die tiefstehende Sonne verwandelte den Weg entlang des Kanals in einen grünen Tunnel. Traumhaft für einen gemütlichen Feierabendlauf. Die ambitionierten Läufer hatten vielleicht nicht den Blick dafür, schließlich rennt man hier um Sekunden für einen guten Platz in der Gesamtwertung.
 
In einigen Wohnsiedlungen und an einzelnen Kanalbrücken feurten wieder viele Lauf-Fans die Teilnehmer des ostfriesischen Kultlaufes an. Je näher man der Stadtgrenze der Kreisstadt Aurich kam, desto größer und lauter wurden die Fanreihen. Und die letzten Meter Richtung Ziel durch das enge Spalier der Fußgängerzone war eine schöne Belohnung für den 10.000 Meter langen Ausdauerlauf. Die Atmosphäre war einfach phänomenal.
Mit Sicherheit laufen bereits die Überlegungen, wie man den Zieleinlauf in Aurich in Zukunft etablieren kann. Dennoch wird dem ersten Aurich-Zieleinlauf immer ein Makel anhängen. Dafür konnte jedoch kein Ostfriese etwas – das war einfach nur unglücklich. Bei Mika-Timing kam es zu gravierenden Störungen bei der Zeitmessung. Es war leider nicht nur Tante Käthe aus Berumerfehn, die unglücklicherweise nicht auf Platz 2577 in der Ergebnisliste geführt wird. Es war auch der Gesamtzweite Meriton, der nicht in der Ergebnisliste der vierten Etappe zu finden ist. Auch die LSF-Läufer Daniel und Sascha sind wohl in den ostfriesischen Tiefen verschollen – im Ziel sind sie nach Mika-Timing jedenfalls bis heute nicht. Alle Läufer, die ihre Zielzeit nicht in der Ergebnisliste finden, mögen doch bitte eine Mail mit ihrer selbst gemessenen Zeit senden.
 
Das mag Anlass für eine hitzige Debatte geben. Denn Tante Käthe ist es letztlich egal, wann sie ins Ziel kommt. Sie lebt den Geist des Ossiloops: Freude am Laufen. Für die Top100 geht es aber um Sekunden. Im Kampf ums Treppchen. In der Teamwertung. So bleibt zu hoffen, dass alle Läufer sportlich fair bleiben, und nicht die jetzige Möglichkeit nutzen, um ihre Zeiten um die eine oder andere Sekunde zu verbessern. Vielleicht werden die vermissten Zeitdaten ja auch noch gerettet. Und dann möchte doch sicher niemand als überführter „Lauf-Ganove“ auf die letzten zwei Etappen gehen.
 

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