Bergfest beim Ossiloop

von Sascha Jänicke

Es klingt verrückt, so ein Bergfest in Ostfriesland. Der einzige Berg ist der Wind und keine Erhöhung in der Landschaft, wo soll also dann das Fest sein? Aber gemeint ist natürlich nur, dass die Hälfte der sechs Etappen absolviert sind. Es geht nun dem Ende entgegen, meist setzt dies noch einmal ungeahnte Kräfte frei, die bei dem ein oder anderen auch bitter nötig sind. Denn so eine Laufveranstaltung mit Wettkämpfen von 10-12 km Länge alle drei-vier Tage kann ganz schön schlauchen, da muss man körperlich und mental topfit sein. Teilweise werden die Läufe auch auf extrem hohem Niveau ausgetragen und das sechs Mal in Folge.

 

Auch Andreas, der Führende gibt trotz solidem Vorsprungs in der Gesamtwertung weiterhin alles, nicht zuletzt für die Teamwertung. Aber nicht nur er, sondern alle Laufsportfreunde gehen bei jeder einzelnen Etappe an ihre Grenzen. Teilweise werden die einzelnen Rennen auf, oder über dem Bestzeitenniveau gelaufen und das drei Wochen am Stück, wie z.B. Jana, die die erste Etappe schon richtig schnell unterwegs war und sich bisher immer weiter steigerte. Wünschen wir ihr (und allen anderen auch), dass sie das bis zum Ende halten und mindestens Platz vier in der Gesamtwertung behaupten kann. In der Teamwertung dürfte den Damen um Jana, Susanne und Nina, Platz eins nicht mehr zu nehmen sein. Das ist echt beeindruckend! Da läuft man in ein absolutes Hochgefühl. Ideal, wenn man das konservieren und von Etappe zu Etappe abrufen kann.

 

Aber das ist kein Selbstläufer, denn manchmal macht einem die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. So erging es Simon leider vor der dritten Etappe: Leicht angeschlagen ging er an den Start, aber mit der bewussten Entscheidung heute ganz ruhig ins Rennen zu gehen, was ihm dann (vorerst) den Platz im ersten Team kostet. Um so beeindruckender, dass er auf seinen Körper hörte und nicht falschen Ehrgeiz an den Tag legte. Micha witterte seine Chance und rückte somit bei den Herren ins erste Team, da er nur ganz knapp hinter Simon und Sascha platziert war. Eine andere Variante den Ossiloop zu begehen: Einfach jeden Lauf für sich genießen und entspannt alle Etappen durchkommen, auch sehr cool. Die Ziele sind so individuell wie die Teilnehmer selbst, was wunderbar ist. 

 

Der Ossiloop, egal wie es auf der Strecke läuft, ist vor allem großer Spaß. Das kann man einfach nicht beschreiben, das muss man erleben. Und nicht nur eine Etappe, sondern mindestens einmal alle Etappen am Stück. Es wird spekulierte, dass die Läufe Nebensache sind und die Busfahrt das Highlight der Veranstaltung ist, absolut nachvollziehbar. Vorm Lauf die etwas angespannte Stimmung, man vermag ein leichtes knistern zu vernehmen, gepaart mit dem Duft von Kieferwäldern. Kiefernwäldern im Bus? Ja, man muss den Lauf erlebt haben. Und auf dem Rückweg dann die ausgelassene Stimmung und Partylaune, das macht Spaß. Auf der nächsten Etappe buchen wir für die Rückfahrt eine Extrarunde, nicht Schnapps, sondern an Fahrkilometern.

 

Ich bin jedenfalls schon ganz aufgeregt und voller Vorfreude auf die heutige Etappe, auch wenn es mit 11,9km die Längste ist. Aber das Ziel (Brauhaus zu Ostfriesland) ist klar definiert.

 

Die gegenwärtigen Einelplatzierungen sind unter „wer lief wie“ zu finden. Hier sind wir überall zu finden, von Platz 1 bis 1043 (von 2700) strahlen unsere hellgrünen Trikots mit den knospenden Büschen und Bäumen um die Wette. In den Teamwertungen stehen wir auch nicht schlecht da:

 

Damen LSF: Team eins (Jana, Nina, Susanne) auf Platz 1 von 63, Team zwei (Antje, Heike, Sonja) auf Platz 9, Team drei (Christinne, Dorothee, Tanja) auf Platz 29.

Herren LSF: Team eins (Andreas, Frank, Sascha, Micha) auf Platz 2 von 68, Team zwei (Till, Simon, Volkali, Christian) auf Platz 9, Team drei (Renke, Jan, Ralf, Horst-Dieter) auf Platz 34.

 

Bilder von bunt gemischt, von der ersten bis dritten Etappe. Quelle: ewe-wattloopers.de & Lauffreunde Ostfriesland

 

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